Sardinen aus der Dose zubereiten: 8 Rezepte, die in 15 Minuten fertig sind
Die Sardinendose ist das am meisten unterschätzte Abendessen im Vorratsschrank. Sie braucht keinen Herd, keine Planung und keine Zutaten, die man nicht ohnehin im Haus hat – nur Brot, eine Zitrone, vielleicht ein Ei. Dieser Beitrag beantwortet die Frage, wie man Sardinen aus der Dose isst, von der kürzesten Antwort (pur, auf Brot) bis zur sizilianischen Pasta, und erklärt nebenbei, was mit Gräten, Öl und Haut passiert.
Zuerst: Wie isst man Sardinen aus der Dose überhaupt?
Kalt, so wie sie sind. Ölsardinen sind gegart und fertig – Erhitzen macht sie trockener, nicht besser. Dose öffnen, Sardinen mit der Gabel herausheben, das Öl auffangen.
Die Gräten bleiben drin. Durch das Garen und die Lagerung im Öl sind Rückgrat und Gräten weich und werden mitgegessen; sie tragen den größten Teil des Calciums. Wer sie nicht mag, teilt die Sardine der Länge nach und zieht das Rückgrat mit dem Daumennagel heraus – bei größeren Fischen geht das in einem Zug. Oder greift gleich zu Sardinen ohne Haut und Gräten.
Die Haut bleibt dran. Sie ist dünn, schmeckt nach Meer und hält den Fisch zusammen. Bei Jahrgangssardinen ist sie das Beste an der Dose.
Das Öl ist Zutat, kein Abfall. Gutes Olivenöl aus einer guten Dose hat drei Monate oder Jahre mit dem Fisch verbracht – als Dressing, zum Anbraten von Knoblauch oder einfach aufs Brot.
1. Sardinen auf Brot – die bretonische Grundform
Für 1 Person, 3 Minuten. Eine Scheibe Sauerteigbrot rösten, dick mit gesalzener Butter bestreichen, zwei Sardinen darauflegen, ein paar Tropfen Zitrone, grober Pfeffer. Fertig. In der Bretagne gehört ein Glas Muscadet dazu, in Portugal ein Vinho Verde. Wer es kräftiger mag, legt hauchdünne Zwiebelringe oder Radieschen dazu. Das ist das Rezept, für das Jahrgangssardinen gemacht sind.
2. Portugiesischer Sardinen-Toast mit Tomate
Für 2 Personen, 10 Minuten. Zwei Scheiben Landbrot rösten, mit einer halbierten Knoblauchzehe abreiben, mit einer halbierten reifen Tomate einreiben, bis das Brot rot ist. Sardinen darauf, Öl aus der Dose darüber, Flockensalz, Oregano. Mit NURI Sardinen mit Zitrone oder in scharfem Olivenöl braucht es nicht einmal Pfeffer.
3. Pasta con le sarde – die schnelle Version
Für 2 Personen, 15 Minuten. 200 g Spaghetti oder Bucatini kochen. Währenddessen in dem Öl aus der Dose eine gehackte Knoblauchzehe und eine Handvoll gehackten Fenchel (oder Fenchelgrün) sanft anbraten, eine Prise Chili, einen Esslöffel Rosinen und einen Esslöffel Pinienkerne dazu. Eine Dose Ölsardinen grob zerteilt hineingeben, nur warm werden lassen. Pasta mit etwas Kochwasser dazu, schwenken, mit gerösteten Semmelbröseln statt Parmesan servieren – so macht man es in Palermo.
4. Kartoffelsalat mit Sardinen und Ei
Für 2 Personen, 15 Minuten. 400 g Drillinge kochen, halbieren, lauwarm mit einem Dressing aus Sardinenöl, Zitronensaft, Senf und Salz mischen. Zwei weich gekochte Eier vierteln, eine Dose Sardinen in Stücken, Kapern, viel Petersilie, Frühlingszwiebel. Ein vollständiges Abendessen, das kalt am nächsten Tag noch besser schmeckt.
5. Sardinen-Rillette – der Aufstrich in fünf Minuten
Für 4 Personen als Aperitif. Eine Dose Sardinen abtropfen, mit 60 g weicher Butter, einem Teelöffel Senf, Zitronensaft, Schnittlauch und Pfeffer mit der Gabel zerdrücken – grob, nicht püriert. Auf Baguette oder Crackern. Mit La Quiberonnaise Ölsardinen mit Zitrone ist die Zitrone schon drin.
6. Sardinen mit weißen Bohnen
Für 2 Personen, 10 Minuten. Ein Glas weiße Bohnen abspülen, mit Sardinenöl, Zitronensaft, Knoblauch, Rosmarin und Salz mischen, kurz ziehen lassen. Sardinen obenauf, ein paar Cherrytomaten, Rucola. Das italienische Sommerabendessen – mit Pollastrini Sardinen mit Chili aus Anzio besonders stimmig.
7. Sardinen zum Braten – aus der Dose in die Pfanne
Für 2 Personen, 6 Minuten. Die Ausnahme von der Regel „nicht erhitzen": Sardinen zum Braten sind roh eingelegt, mit Bordier-Butter oder Piment d'Espelette. Pfanne heiß, Sardinen samt Butter hinein, zwei Minuten pro Seite, mit Zitrone und Brot servieren. Das schnellste Fischgericht, das es gibt.
8. Sardinen-Bowl mit Reis und Avocado
Für 1 Person, 10 Minuten. Eine Schale gekochter Reis, halbe Avocado in Scheiben, Gurke, eingelegter Ingwer oder Radieschen, darüber Sardinen in Stücken und das Öl, ein Spritzer Sojasauce, Sesam. Die Sardine als Ersatz für Thunfisch im Poke – mit weniger Quecksilber und mehr Geschmack.
Welche Sardine für welches Rezept
| Rezept | Passende Dose |
|---|---|
| Pur auf Brot | Jahrgangssardinen, kleine Sardinen, Sardinen in Olivenöl von la belle-iloise oder NURI |
| Toast, Bruschetta, Bowl | Sardinen mit Zitrone, mit Chili, in scharfem Olivenöl |
| Pasta, Bohnen, Salat | Einfache Ölsardinen – das Öl ist hier die Hauptzutat: NURI, Briosa, Porthos |
| Rillette | Sardinen mit Zitrone oder entgrätete Filets |
| Pfanne | Sardinen zum Braten mit Butter oder Piment d'Espelette |
| Kinder, Gräten-Skeptiker | Sardinen ohne Gräten |
Sardinen in Tomatensauce sind ein Fall für sich: Sie passen auf Reis, in Wraps oder mit Ei in die Pfanne (Shakshuka-Art), aber nicht in Rezepte, die auf das Olivenöl bauen.
Drei Fehler, die man vermeiden kann
Ölsardinen erhitzen. Sie werden trocken und fallen auseinander. Immer zum Schluss dazugeben, nur warm werden lassen.
Das Öl wegschütten. Es ist die beste Zutat der Dose – und bei Rezepten mit Pasta oder Bohnen die Basis.
Zu viel drumherum. Eine gute Sardine braucht Säure (Zitrone), Fett (Butter oder ihr Öl) und etwas Knuspriges (Brot). Alles andere ist Dekoration.
Woran Sie eine gute Dose erkennen, lesen Sie im Ratgeber Die besten Sardinen in der Dose; was in ihr steckt, im Beitrag Sardinen aus der Dose: Nährwerte und Omega-3. Alle Dosen: Sardinen.
Häufige Fragen
Wie isst man Sardinen aus der Dose?
Kalt und pur: auf geröstetem Brot mit Butter, Zitrone und Pfeffer. Das Öl aus der Dose kommt mit aufs Brot oder ins Dressing. Die weichen Gräten und die Haut werden mitgegessen.
Kann man Sardinen aus der Dose erhitzen?
Ölsardinen besser nicht, sie werden trocken. In warmen Gerichten wie Pasta zum Schluss dazugeben und nur warm werden lassen. Sardinen zum Braten sind roh eingelegt und gehören dagegen in die Pfanne.
Muss man Dosensardinen entgräten?
Nein. Rückgrat und Gräten sind durch das Garen weich und essbar. Wer sie nicht mag, teilt die Sardine längs und zieht das Rückgrat heraus oder kauft entgrätete Sardinen ohne Haut und Gräten.
Was passt zu Sardinen aus der Dose?
Brot und Butter, Zitrone, Kartoffeln, Ei, weiße Bohnen, Tomaten, Fenchel, Kapern, Petersilie. Als Getränk trockener Weißwein wie Muscadet oder Vinho Verde.
Wie lange halten sich Sardinen nach dem Öffnen?
Im Kühlschrank, mit Öl bedeckt und abgedeckt, zwei Tage. Am besten in ein Glas umfüllen – in der offenen Dose nimmt der Fisch schnell Metallgeschmack an.